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Aktuelles.

26.06.2016
AGILITÄT ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT.

ERSTES AGILITÄTS-BAROMETER VON HAUFE-LEXWARE UND TNS INFRATEST ZEIGT UNTERSCHIEDE IN DER WAHRNEHMUNG VON AGILITÄT IM UNTERNEHMEN. Agile Methoden der Unternehmensführung werden insgesamt positiv bewertet. Während Manager häufig starke Berührungspunkte mit agilen Arbeitsmethoden haben, erleben die meisten Mitarbeiter jedoch nach wie vor hierarchisch geprägte Strukturen. Das sind die zentralen Ergebnisse des ersten Agilitäts-Barometers von Haufe-Lexware. TNS Infratest hatte dazu im Auftrag 800 Mitarbeiter und 400 Führungskräfte in deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern befragt.

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Demnach ist die Bewertung agiler Methoden durchgängig positiv: Knapp zwei Drittel der Führungskräfte halten sie für sinnvoll; eine Einschätzung, die von den Mitarbeitern weitgehend geteilt wird. Dabei sprechen die Führungskräfte weitgehend aus Erfahrung: Drei Viertel von ihnen sieht eine Verbesserung der Effektivität und Effizienz durch die Einführung agiler Methoden.

NUR JEDER DRITTE MITARBEITER HÄLT SEIN UNTERNEHMEN FÜR AGIL

Allerdings zeigen sich deutliche Diskrepanzen hinsichtlich der Bewertung, wie gut diese Methoden umgesetzt werden. 70 Prozent der Führungskräfte erkennen bestehende Strukturen und Führungssysteme, um schnell auf Kundenanforderungen reagieren zu können. Diese Ansicht teilen jedoch nur 31 Prozent der Mitarbeiter. Viele Angestellte geben an, dies nicht beurteilen zu können, was laut haufe.de nicht eben für einen hohen Durchdringungsgrad agiler Methoden spricht.

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Das Fachportal bewertet die Einschätzung der Mitarbeiter insgesamt realistischer als diejenige der Führungskräfte. Zwei Drittel von ihnen stuft das das eigene Unternehmen agiler als die Wettbewerber ein. Dies wird von den Mitarbeitern etwa halbe-halbe beurteilt. Zudem zeigt sich, dass die Manager offenbar bei weitem häufiger bewusst mit agilen Methoden arbeiten als ihre Mitarbeiter: Knapp 40 Prozent der Führungskräfte gibt an, bereits mit agilen Methoden wie Scrum oder Design Thinking zu arbeiten, aber nur zehn Prozent der Mitarbeiter.

AGILITÄT ERFORDERT TIEFGREIFENDE VERÄNDERUNGEN

Neue Methoden und Praktiken, heißt es weiter, haben nicht nur einen großen Einfluss auf die technische Infrastruktur, sondern auch auf die Mitarbeiter sowie die Organisation und Kultur eines Unternehmens. Umgekehrt lässt sich formulieren: Unternehmen müssen ihre Aufbau- und Ablauforganisation zum Teil stark anpassen, um überhaupt die positiven Effekte der neuen Methoden ausschöpfen zu können. Dies erfordert eine offene Arbeits- und Kommunikationskultur und bringt geänderte Rollen und Rollenverständnisse mit sich, auf die sich Manager wie Mitarbeiter einlassen müssen.

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Verantwortung ist eine zentrale Anforderung für alle Beschäftigten, unabhängig davon, welche Rolle jeder einzelne einnimmt. Daneben erfordern flache Hierarchien auch ein neues Führungsverständnis. Laut Studie haben beide Gruppen der Befragten, Mitarbeiter und Führungskräfte, gleichermaßen die Notwendigkeit zur Veränderung erkannt. Ebenso stimmen beide Gruppen mehrheitlich der Aussage zu, dass das hierarchische Führungsmodell ausgedient habe. Dieses halten nur rund zehn Prozent der Befragten für zukunftsfähig.

NEUE FÜHRUNGSANFORDERUNGEN MIT LUFT NACH OBEN

Allerdings wollen mehr als ein Drittel der Befragten je nach Situation durchaus auch an klassischen Elementen hierarchischer Führung festhalten. Eine Transformation in ein vollständig agiles Unternehmen halten sie offenbar für unrealistisch oder nicht notwendig. So ist auch Aktuell das hierarchische Führungsmodell in Unternehmen noch weit verbreitet. Allerdings klafft auch hier eine große Lücke in der Wahrnehmung. Knapp die Hälfte der Mitarbeiter sieht sich in hierarchischen Strukturen, allerdings nur etwa ein Drittel der Führungskräfte.

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Zum Abschluss der Studie wird die Vermutung geäußert, „dass Unternehmen Agilität noch nicht disruptiv genug denken. Es geht nicht nur um flexible Arbeitszeiten und Orte, sondern um ganz neue Konzepte von Führung und Organisationsentwicklung, die bis hin zur vollständigen Selbstorganisation der Mitarbeiter reichen.“ Allerdings wird auch eingeschränkt, dass dies nicht für alle Bereiche und für alle Mitarbeiter gilt, sondern meist ein Mix aus verschiedenen Strukturen sinnvoll erscheint. FORTIS hat als IT-Dienstleistungsunternehmen durchweg positive Erfahrungen beim Einsatz agiler Unternehmensführung gemacht. Schließlich stammt das Konzept der agilen Methodik aus dem Bereich der Softwareentwicklung und stellt eine bedürfnis- und realitätsorientierte Handlungsempfehlung dar.

Treffend hat dazu Coach und Autor Peter Siwon auf elektronikpraxis.vogel.de geschrieben: „In einigen Fällen ist sie [die Orientierung an agilen Werten und Prinzipien] möglicherweise der einzige Ausweg aus dem Dilemma des planmäßigen Umgangs mit dem Unvorhersehbaren.“ Die vollständige Studie „Agilität in deutschen Unternehmen“ von Haufe-Lexware können Sie kostenlos herunterladen unter www.haufe.de/studie-agilitaet.