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Aktuelles.

02.02.2017
BUCHTIPP: FüHRUNGSKRäFTE UNNöTIG.

Besprechung eines Buchs zu kollegialer Führung von Bernd Oestereich und Claudia Schröder

Die Buchautoren Bernd Oestereich und Claudia Schröder setzen sich – überspitzt formuliert – für das Abschaffen von Führungskräften ein. Ihr aktuelles Buch „Das kollegial geführte Unternehmen – Ideen und Praktiken für die agile Organisation von morgen“ (Vahlen, 320 S., 34,90 Euro) behandelt kollegiale Führung und agile Organisationsentwicklung.

Die beiden Autoren arbeiteten früher als Unternehmer zusammen und bemerkten dabei zu Beginn des neuen Jahrtausends, dass die gängige Organisations- und Führungspraxis immer weniger zu den Markterfordernissen und Mitarbeiterbedürfnissen passten. Daher experimentierten sie, zogen Theorien hinzu und entwickelten eigene Praktiken und Prinzipien. Über das „Trial and Error“-Prinzip kamen sie zu dem Punkt, dass Führung zum selbstverständlichen Teil der Arbeit jeder Kollegin und jedes Kollegen wurde.

Im Jahr 2010 begannen sie damit, die Führung ganz an die Kollegenschaft zu übergeben, bis alle Führungskräfte durch kollegiale Führungsarbeit ersetzt wurden und sie das eigene Unternehmen im Jahr 2014 schließlich an die Mitarbeiter verkauften. Die von ihnen eingeführten Führungs- und Organisationsprinzipien werden dort aktuell erfolgreich weiter genutzt.

Bernd Oestereich und Claudia Schröder nutzen ihre neue Freiheit dazu, andere Unternehmen beim Übergang zu kollegialen Führungsprinzipien zu begleiten. Neben ihren Publikationen bieten sie zielgruppenspezifische Workshops an, um ihr Erfahrungswissen und systemisches Können noch wirksamer teilen zu können. Diesen Ansatz verfolgt auch das Buch, dessen Inhalte nach Autorenangaben „viele Mütter und Väter“ haben:

„Wir haben viele eigene Ideen und Erfahrungen eingebracht und ebenso viele vorhandene Konzepte aufgegriffen und rekombiniert. Unser Anliegen ist es, Begriffe und Konzepte zu klären, zu definieren, zu ordnen, in Bezug zu setzen, zu bewerten und (weiter) zu entwickeln.“

Damit bedienen sie das „Trend-Thema Nummer 1“, wie es in einem Beitrag auf boersenblatt.net bezeichnet wird. Ihr Motto lautet „Führungsarbeit statt Führungskräfte“, um damit eine soziale Architektur moderner Organisationsführung zu schaffen. Die damit zusammen hängenden Anforderungen betreffen sämtliche Aspekte von Human Resources: Arbeitszeit, Zeugnisse, Gehaltsfestlegungen, Abmahnungen und Kündigungen. Der Ansatz der Autoren ist praxisorientiert, zum einen um zur praktischen Adaption anzuregen, und zum anderen um sich an durchschnittlichen Unternehmen zu orientieren.

Die Autoren schränken ein, dass sie selbst am Anfang einer Entwicklung stehen und daher nur eine Momentaufnahme liefern können. Im Gegensatz zu vielen früheren Publikationen anderer Autoren liefert das Buch jedoch viele konkrete Beispiele, wie die Umgestaltung eines Unternehmens im Detail geschehen kann. Daneben überzeugt es auch durch sein Querformat mit klarer farblicher Gliederung. Mark Hübner-Weinhold nennt das Buch in der Berliner Morgenpost daher bereits ein „Standardwerk zum Thema Agile Organisation“.